„Wie meintest du das genau, als du vorhin gesagt hast, du hättest absolut kein Problem damit, dir vorzustellen, dass du ein Team bist?“, fragte mein Mathelehrer.
„Genau so, wie ich es gesagt habe. Ich bin sozusagen ein Team. Da ist Karina, und da ist Claire. Karina würde gerne fechten lernen, lässt niemanden an sich heran, um nicht verletzt zu werden, vertraut niemandem mehr, ist unnahbar, distanziert sich von allen, ist ehrgeizig, rational denkend, eher realistisch, zielorientiert und mag Rock.
Und dann ist da Claire. Claire ist das Mädchen, das Gedichte schreibt, den ganzen Tag über träumt, für das Zeit überhaupt keine Rolle spielt, das sich selbst liebt und stundenlang seinen Schatten oder seine Augen betrachten kann. Sie ist kreativ, zeichnet gerne, verliebt sich immer in den Falschen und bedauert es, nie Ballettunterricht genommen zu haben. Sie kann ewig aus dem Fenster schauen und eine Astgabel studieren, um sie später genau so zu zeichnen. Claire liebt klassische Musik, singt gerne und wünscht sich jemanden, dem sie vollkommen vertrauen kann…“
Ihr Gesicht hatte einen verträumten Ausdruck angenommen.
„Und jetzt kenne ich auch Claire“, sagte er leise. „Ich hoffe, ich bekomme sie jetzt öfter zu sehen. Denn sie ist mir überaus sympathisch.“