Von Donnerstag Abend bis gestern Morgen war ich ja mit meinem Vater in Berlin, und Berlin ist einfach nur geil.
Es ist alles anders, das fängt bei den Ampelmännchen an und geht nachts weiter, es ist nie wirklich dunkel, man kann immer die Sterne bzw. die grauen Wolken sehen… Der Boden vibriert, wenn U-Bahnen unter einem langfahren und man ist umgeben von Menschen aus aller Herren Länder, Japaner, Franzosen, Deutsche, Engländer, Polen… Ein friedlicher Multikulti-Mix, der einfach faszinierend ist. Lauter Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, stehen zusammen in der Schlange an der Kasse oder sitzen im Bus.
Berlin scheint lauter ausgeflippte Menschen hervorgebracht zu haben und jeden dazu bringen zu wollen, sich auch zu verändern…
Das ist mein ganz persönlicher Eindruck nach etwa 35 Stunden dort, in denen ich wahrscheinlich mehr Touristen als Berliner gesehen hab.
Den ersten Abend sind wir erstmal einfach nur durch die City gefahren, waren auf dem Fernsehturm am Alex und irgendwann gegen 1 fiel meinem Vater dann auf, dass ich noch nichts gegessen hab, woraufhin wir an der nächsten Dönerbude anhielten. Freitag sind wir dann gegen 10 los, er ins Büro, ich in die Innenstadt. Vom Brandenburger Tor zum Reichstag, von der Juden-Gedenkstätte zum Schloss Bellevue, von der Goldelse zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und dann was essen und ins KadeWe. Ich bin beeindruckt.
))
Irgendwann hab ich dann meinen Vater von der U-Bahnstation abgeholt, (er hatte es irgendwie nicht hingekriegt, sich eine Tageskarte zu kaufen) dann waren wir nochmal am Brandenburger Tor und so, dass er das Wichtigste auch gesehen hatte, danach waren wir irgendwann noch beim Inder essen. Samstag Morgen sind wir dann schon gegen neun Uhr losgefahren, unglücklicherweise hatten wir haufenweise Berliner vor uns, die bei dem schönen Wetter an die Ostsee wollten… Nach etwa vier Stunden sind wir dann Zuhause angekommen und um vier war schon wieder Treffen für’s Fußballspiel…
Archiv für August, 2008
Berlin
Kommentare aus
Berlin, ich komme! oder Alles wird gut.
Hoff ich doch mal.
Der Tag heute war jedenfalls ziemlich gut, sogar Französisch war so genial, aber nur, weil Charly Vibratoren verkauft hat und Timo die Maibock angezickt hat. Hach, so ist es doch schon viel besser. 
Sie kam wie üblich reingeschlichen, dieses Mal brachte sie einen CD-Player mit, um uns „DELF-B1-Aufgaben“ machen zu lassen. Wir haben natürlich wie bei unserem alten Klassenlehrer Originale erwartet, aber wir haben nur dämliche Klett-Geschichten bekommen, die nicht viel mit der echten Prüfung zu tun haben. Wir fingen an, es war total einfach und zwischen zwei Aufgaben sagte Timo auf einmal „nein“. Frau Maibock fragte, was denn los sei, und Timo antwortete, dass er Tims Frage zur Aufgabe (er nennt die Frage) beantwortet habe. Sie legte los, die Frage nochmals zu beantworten und zu begründen, da sagte Timo dann zu ihr „Ja, ich habe die Frage ja schon beantwortet, jetzt können wir auch weitermachen!“ Der Ton, in dem er das gesagt hat… Köstlich. Von irgendwem kam dann noch ein „Aber echt“ oder so, und sie hat ohne ein weiteres Wort den CD-Player angemacht.
Ansonsten hatten wir zum ersten Mal Hockey, es war einfach nur genial. Wir müssen zwar schon bald 2000m auf Zeit laufen, aber egal. Das Hockeyspielen war einfach genial. Erst waren Kristin und ich mit Roman und Felix, der am anfang des Schuljahres versehentlich und vorübergehend bei uns in der Klasse gelandet war, in einer Gruppe, später war ich dann mit einigen aus der B. Ich mag die B immernoch voll, die sind alle viel interessanter als unsere Klasse…
Physik war zwar nicht so der Knaller, Politik zwar ganz lustig, aber nicht wirklich sinnvoll, aber dafür saßen Oli und ich in einer Pause in einem Nebengang, als er die Treppe runterkam. Oli sagte, „Da kommt ja Herr Sonnenschein! Aber der sieht uns bestimmt nicht.“ Er ging weiter die Treppe runter, sah uns und hat wie sonst auch gegrinst, wir fingen an zu lachen, als er die Treppe weiter runtergegangen war, hat er sich nochmal umgedreht.
Es sind die Kleinigkeiten, die ich vermisse, am allermeisten aber sein Grinsen und seine Augen.
Und: Ich fahre jetzt doch am Freitag nach Berlin, bin aber pünktlich zu meinem Spiel wieder zurück. 
Das einzige, was mich traurig macht, ist, dass Henne sich so von uns entfernt. Die Pausen verbringt sie jetzt mehr mit Judith und Anna, als mit Oli und mir. Oli und ich haben mit beiden nicht viel zu tun, sitzen in jedem Unterricht nebeneinander und spielen in der Mittagspause mit den Jungs Fußball. Ich weiß nicht, vielleicht will sie einfach nicht mehr so viel mit uns machen, aber das kann ich mir nicht vorstellen. Sie wirkt kühl, distanzierter und irgendwie nicht mehr so fröhlich. Es tut mir Leid, für sie, für uns alle drei. Oli und ich können besser miteinander reden, verbringen fast jede Pause zusammen, aber wir grenzen sie auch nicht aus. Wenn sie wollte, könnte sie doch immer mitkommen, dabeisein, mitreden! Ich will nicht, dass es so zu Ende geht.
Spiel des Lebens
Stell dir vor, du hast bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:
Jeden Morgen stellt dir die Bank 86400€ auf deinem Bankkonto zur Verfügung. Doch auch dieses Spiel hat Regeln, so wie jedes Spiel bestimmte Regeln hat.
Die erste Regel ist:
Alles was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir wieder weggenommen. Du kannst das Geld nicht einfach auf ein anderes Konto überweisen, du kannst es nur ausgeben. Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86400€ für den kommenden Tag.
Zweite Regel:
Die Bank kann das Spiel ohne Vorwarnung beenden. Zu jeder Zeit kann sie sagen: es ist vorbei; das Spiel ist aus. Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein Neues mehr.
Was würdest du tun?
…überlege dir gut, was du mit dem Geld anfangen würdest…
Hast du das soweit verstanden?
Es ist ganz einfach: es ist ein Spiel… Jeden Morgen beim Aufwachen bekommst du 86400€. Die einzige Bedingung ist, du musst es innerhalb eines Tages ausgeben, den Rest musst du an die Bank zurückgeben.
Die Frage ist jetzt: was würdest du tun?
Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest; nicht nur für dich selbst, auch für alle Menschen die du liebst, sogar für Menschen die du nicht kennst, da du nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest…
Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen oder?
Weißt du, dieses Spiel ist die Realität; das ist mein Ernst… Jeder von uns hat so eine „magische Bank“…! Wir sehen es nur nicht…
Die magische Bank ist die Zeit…!
Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86400 Sekunden lang Leben für den Tag geschenkt und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren, gestern ist vergangen. Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen, ohne Vorwarnung. Das Leben kann jederzeit zu Ende sein… Was machst du also mit deinen täglichen 86400 Sekunden? Sind sie nicht viel mehr wert als die gleiche Menge in Euro?
Überlege doch einmal: du möchtest begreifen, was ein Jahr bedeutet. Du denkst dir, ein Jahr ist eine lange Zeit, doch es kommen viele Jahre. Es beginnt immer wieder ein Neues… Doch frag einen Studenten, der durch das Examen gefallen ist…! Was ist ein Monat? Es gibt so viele davon… Frag eine Mutter, die eine Frühgeburt hatte und jetzt darauf wartet, ihr Kind in die Arme nehmen zu können…! Eine Woche? Was ist schon eine Woche? Frage einen Mann, der hart arbeitet, um seine Familie zu ernähren…! Ein Tag? Frag 2 Verliebte, die das nächste Wiedersehen nicht erwarten können…! Eine Sekunde? Was ist eine lächerliche Sekunde? Sieh dir den Gesichtsausdruck eines Menschen an, der eben um ein Haar einem Autounfall entkommen ist…! Und was ist mit dem Bruchteil einer Sekunde? Was ist das schon? Frag einen Sportler, der bei den olympischen spielen Silber gewonnen hat und nicht Gold, wofür er jahrelang trainiert hat…!
Ist dir nicht der Wert jedes einzelnen Moments bewusst? Also denk immer daran: jede Sekunde kann entscheidend sein! Also fang an dein Leben zu leben, bevor dein Konto für immer gesperrt wird!
Kleine Schwester Insa…
Insa und ich, als einzige Mädels bei den Pfadfindern.
Insa und ich, Kuchen essend und mit runden Kindergesichtern am Geburtstagstisch.
Insa und ich, nach meinem Geburtstag und zwei Tagen zelten total knatschig.
Insa und ich, zusammen im Polenaustausch in der Gastfamilie, die kaum ein Wort Deutsch oder Englisch spricht.
Das alles ist schon lange vorbei.
Klar, Gerüchte gab es immer wieder und sie war ja wirklich dünn geworden… Aber als ich ihre Mutter neulich im Aldi an der Kasse traf, war ich doch ziemlich bestürzt, als sie mir sagte, dass Insa momentan gar nicht zur Schule geht, sondern eine Therapie macht, weil sie Essprobleme hat…
Und nicht nur für sie tut es mir Leid, sondern auch für ihre Mutter und überhaupt ihre ganze Familie. Als ob die nicht schon genug Probleme hätten, zum Beispiel mit ihrer jüngeren Schwester, die einfach nicht wächst… Und dabei war Insa immer so normal, so fröhlich und nie auf irgendwelche Schönheitsideale fixiert…
Ich würde ihr so gerne helfen, aber wir hatten in den letzten Jahren so wenig miteinander zu tun, und damals haben wir uns im Streit getrennt…
Und jetzt, im Nachhinein, fühle ich mich irgendwie auch schuldig.
Insa war nie eine starke Persönlichkeit, sondern hat sich immer an irgendjemanden angehängt. Trotzdem – oder gerade deshalb – fühle ich mich in gewisser Weise für sie verantwortlich, wie für eine kleine Schwester; vergessen sind die ganzen Lügen, Lästereien und Gemeinheiten…