Archiv für Dezember, 2008

Ich packe meinen Koffer…

… und da kommen rein eine Zahnbürste, eine Haarbürste, ein Zugticket, mein Handy…
Morgen Früh geht’s los. Und deshalb möchte ich allen, denen ich’s noch nicht getan hab, einen guten Rutsch wünschen. Feiert schön, aber nicht zu doll
und genießt den freien Tag danach!
So. Jetzt muss ich aber wirklich mal packen.

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„Ich bin dann mal weg.“

Na ja, ganz so schnell geht’s auch wieder nicht.
Übermorgen Vormittag fahren Oli und ich nach Berlin, meine Eltern haben letzten Endes doch zugestimmt.
Was wir genau machen, haben wir uns noch nicht überlegt, aber auf jeden Fall wollen wir Schokofondue machen.
Jedenfalls müssen wir, wenn wir ankommen, erstmal den Kühlschrank unter die Lupe nehmen und einkaufen gehen.
Denn Daniel ist ja nun nicht da, auch wenn meine Eltern das nicht wissen und ich deswegen hin und wieder Anfälle von schlechtem Gewissen habe. Aber wenn sie’s wüssten, würden sie mich wahrscheinlich nie fahren lassen… Außerdem hat die Tatsache, dass Daniel nicht zuhause ist, keine Auswirkungen darauf, was wir tun oder nicht tun. Dazu kommt eben noch, dass Oli nicht nur ihren Bruder, sondern auch ihre Schwester, Onkel, Tante etc. in Berlin hat, an die wir uns im Notfall wenden könnten.
Wobei ich schon gedacht hab, dass ihr Bruder irgendwie ein komischer Typ sein muss. Er hat keinen Festnetzanschluss, ist Professor für Wirtschaftswissenschaft (oder so ähnlich) und scheinbar mehr in der Uni als zu Hause.
Na ja. Ich freu mich auf Berlin!
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Frohe Weihnachten!

… wünsche ich euch allen, und dass ihr keine so scheußlichen Geschenke bekommen habt wie ich.
Wer kommt bitte auf die Idee, mir ein „christliches Fußballbuch“ zu schenken, dessen Vorwort mit den Worten „Liebe Mädchen und Jungen“ beginnt und höchstens für Siebenjährige ist?
Oder ein Armband? Allmählich sollte doch jeder mitbekommen haben, dass ich schlicht und einfach keinen Schmuck trage, weder Ketten noch Ringe oder Armbänder oder Ohrringe… Auch für irgendwelche (zwar hübschen, aber überflüssigen) Teelichter bin ich nicht der Typ – ich stell mir eben nicht jede Fläche mit irgendwelchem Kram voll und von meinem Vater hätte ich irgendwie auch erwartet, dass er das weiß…
Oder den Knigge? „Manches, was da drinsteht, wusste ich gar nicht,“ sagte mein Vater und es ist mir herzlich egal. Dass man Konfirmationsanzüge auch gebraucht kaufen kann, ist mir auch vorher klar gewesen. Und interessieren tut’s mich auch nicht. Vor allem hatte ich, nachdem ich mitbekommen hatte, dass meine Mutter in der Buchhandlung war und eine Leseprobe von Kai Meyers Dschinnland auf der Arbeitsplatte lag, eher damit gerechnet – man kann sich die Enttäuschung vorstellen, wenn dann auf einmal ein verdammt öder, überflüssiger Knigge in dem eindeutig als einziges Buch identifizierten Geschenk steckt.
Ansonsten war die Stimmung sowieso im Eimer, meine Mutter war krank, mein Bruder hat vor der Bescherung erst wegen irgendwelchen vollgekotzten Weihnachtsgeschichtenbüchern von vor drei Jahren geheult und mein Vater schien sich ziemlich auf die Füße getreten zu fühlen, als ich ihm sagte, dass ich die Teelichter zwar ganz nett fände, sie aber auch nirgends hinstellen würde…
Ich meine, mit einem Geschenk kann man sich mal vertun. Vor allem, weil es bei ihm ja kein Dauerzustand ist (wie bei meiner Oma). Aber den Beschenkten dann, nachdem gesagt wurde, dass das Geschenk nicht der Hit war, stehen zu lassen, bringt doch auch nichts. Im Gegenteil, dann fühle ich mich schuldig – aber ich will auch nicht sagen, dass es mir gefällt, weil ich dann nur noch mehr davon bekomme…
Na ja, insgesamt betrachtet war ja nicht alles schlecht, die Anlage und der blaue Schal gefallen mir sehr gut. Und auch, dass wir endlich mal wieder Lachs gegessen haben.
Wegen Silvester in Berlin bin ich immernoch nicht weiter, mir fehlt momentan jede Energie für langwierige Diskussionen mit meinen Eltern, ich möchte mich einfach nur ins Bett legen, schlafen und irgendwann in ein paar Jahren wieder aufwachen…

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2008

Morgen ist Weihnachten. Und schon wieder ist das Jahr fast rum.
Ich weiß noch, wie wir vor einem Jahr bei Caro Silvester gefeiert haben. Es war meine erste größere Party und wir haben SingStar gespielt, Caipirinha getrunken, tonnenweise Süßigkeiten und Frühlingsrollen in uns reingestopft und im neuen Jahr einen Spaziergang durch die eiskalte Nacht gemacht, die Luft war grau vor Rauch…
Dann, zwei Monate später, wieder bei Caro, ihr Geburtstag.
Osterferien ohne Henne, sie war auf einer Freizeit und hat mir wirklich gefehlt. Im Nachhinein merkwürdig.
Projektwoche, die ich mehr oder weniger oft geschwänzt habe. Mit öden Musik- und Bollywoodfilmen sowie Englisch statt Mathe und Sport.
Der Sommer kam, und mit ihm die Wehmut. Die Angst, ihn zu verlieren, nach drei Jahren. Jede Sekunde habe ich genossen, weil sie gezählt waren.
Stralsund. Ohne Maxi. Er hat mir nicht besonders gefehlt, aber es wäre die Gelegenheit gewesen, nach Jahren mal ehrlich zu sein. Oli und ich werden immer unzertrennlicher.
Theaterbesuche, immer und immer wieder.
Ich habe erreicht, was ich noch nie zuvor geschafft habe: 1,0.
Endlich Ferien. Surfen, lesen, Eis essen, schwimmen, Podersdorf am See. Sehnsucht nach Maxi. Viel Zeit zum Nachdenken und Träumen.
Endlich 16. Aber auch nicht anders als 15.
Neues Schuljahr, neue Lehrer. Auf den ersten Blick haufenweise hirnlos, ich vermisse Herrn Sonnenschein und meinen alten Klassenlehrer. Motivationsprobleme.
Herbst. Endlose Gespräche mit Jan, Treffen mit einer alten Freundin. Fachkonferenz, Rückfall. Diese blauen Augen!
Unerhörte Gerüchte. Dorfklatschtanten.
Barfuß durch den ersten Schnee, Winterfotos.
Blechweise Plätzchen, Schokoladengespräche und Weihnachtswichteln.
Wo werde ich dieses Silvester sein?

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