Archiv für Januar, 2009

And then she goes… Nobody knows…

Ein merkwürdiger Tag. Einer, an dem hier irgendwie gar nichts gelaufen ist, wie es sollte. Schon als ich zum Frühstück in die Küche kam, hieß es „Oh, das Küchenpersonal kommt! Du kannst gleich die Spülmaschine ausräumen!“ Am Samstag Morgen schafft das natürlich supergute Laune…
Mein Bruder hat erste pubertäre Anfälle, bei denen er es nur darauf abgesehen zu haben scheint, mir auf die Nerven zu gehen und irgendeine Reaktion zu provozieren. Manchmal hätte ich echt nicht übel Lust, ihm zu zeigen, dass er mit seinem „Ich mach Ju-Jiutsu und kann dich locker umlegen“-Gehabe ziemlich daneben liegt…
Dazu kamen dann noch meine Problemchen mit Firefox 3, weswegen ich erstmal eine ältere Version installiert habe sowie sinnfreie Gespräche mit Monologe von meinem Vater, der mir unbedingt irgendwelchen Müll erzählen musste und trotz meiner sehr einsilbigen Antworten nicht gecheckt hat, dass er mir auf die Nerven geht…
Irgendwann hatte ich dann wirklich richtig miese Laune und (ja, jetzt kommt der Wendepunkt!) dann habe ich dieses Video gefunden. Sehr sehens- und hörenswert.

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Eis und Schnee

Heute gab es Zeugnisse und um halb 10 war Schluss.
„Ich hab so verdammt schlechte Laune, weil Jojo dieses Wochenende keine Zeit hat! Dabei wollten wir ans Meer fahren!,“ schimpfte Charly.
„Na, dann fahr erstmal an der Eisdiele vorbei, da musst du ja sowieso lang!“
„Na ja, ich hab kein Geld dabei. Aber die Idee an sich ist eigentlich ziemlich gut. Wollen wir uns um 11 in der Eisdiele treffen?“
So kam es, dass wir bei -2°C Eis essen gingen, während draußen ab und an ein paar Schneeflocken zu Boden rieselten… Und bis halb drei sind wir auch nicht wieder gegangen – damit hatte ich nicht gerechnet, aber es hat sich einfach so ergeben.
Mit ihr kann man wunderbar über alle möglichen Leute lästern, Zukunftspläne diskutieren oder darüber, welche Farbe die Zahl 7 für uns hat, reden. Auch nach zwei Jahren, in denen wir eher wenig miteinander zu tun hatten, sind wir uns noch total ähnlich, können die Sätze des anderen zu Ende führen und einfach sicher sein, dass die Dinge nicht weitergetragen werden…

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Doch, sie werden mir fehlen.

Guten Morgen Berlin, du kannst so hässlich sein…
Wir hatten Kunst, und es hat Spaß gemacht wie selten.
Freddi hat seinen iPod an die Boxen angeschlossen, Seeed, Peter Fox, Fettes Brot, Madsen, Flo Rida – zwei Stunden lang, voll aufgedreht, unser Kunstlehrer war nicht da.
Man hat’s gemerkt – die Arbeitsatmosphäre war viel besser als sonst, gegen die laute Musik hätte er bestimmt was gehabt. Aber es wurde tatsächlich gearbeitet, selbst die Jungs haben irgendwas getan – die einen haben ihren Hintergrund mit einer Zahnbürste gelb gesprenkelt, andere haben ihren Skulpturen Löcher in die Stirn gebohrt und dann einen Stift reingesteckt – „Das letzte Einhorn“, wieder andere haben gesägt oder alles (teilweise tanzend) mit Farbe eingeschmiert (ganz egal ob Haare, Papier oder Kittel)…
Und irgendwie werde ich sie doch alle vermissen, ganz egal, wie sehr mich Timos arrogante Sprüche ankotzen, Jonas’ aggressive Phasen oder Kevins Sauferei – wir gehören doch irgendwie alle zusammen, schließlich haben wir sechs Jahre gemeinsam verbracht.

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Und die Zeit läuft mir davon.

Freitag, Freitag muss ich die Wahlbögen endgültig abgeben. Und schon heute habe ich sie mir von Herrn Sonnenschein unterschreiben lassen, obwohl ich immernoch unsicher bin, ob es wirklich Physik als erstes Prüfungsfach sein soll.
„Mach, was dir Spaß macht und guck nicht auf die Lehrer,“ riet mir mein Klassenlehrer, der nur mein jetziges Zeugnis kennt, in dem ich in den Naturwissenschaften eindeutig besser bin.
Mein ehemaliger Klassenlehrer riet mir ebenfalls zu den Naturwissenschaften, wenn auch wesentlich direkter als der neue. „Wähl die Naturwissenschaften, Claire. Schon wegen der besseren Berufsaussichten.“ Ganz davon abgesehen vermute ich, dass er weiß, dass ich nicht nur zufällig ständig so gute Zeugnisse hatte.
Als ich Herrn Sonnenschein sagte, wie unsicher ich bin und dass ich das große Risiko darin sehe, diesen einen Lehrer zu bekommen, der immer krank ist, sodass ich einfach nicht vorbereitet bin und dadurch ein schlechteres Abizeugnis hab und deshalb dann ein Jahr warten muss, meinte er: „Weißt du, eigentlich wünsche ich es dir, dass du ein Jahr warten musst. Ohne das böse zu meinen, versteh mich da nicht falsch. Aber heutzutage sind alle so darauf fixiert, dass alles glatt und gerade laufen muss, und ich hab auch erst drei Jahre was anderes studiert und als ich gemerkt habe, dass es das nicht ist, gewechselt. Und diese drei Jahre haben mir so viel an Erfahrungen gebracht, ohne die wäre ich sonst ein ganz anderer Mensch. Und ich bin froh darüber.

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